April 2020

 

Bachforellennachwuchs an der Nagold

Wenn man jetzt im Frühjahr die flachen, leicht durchströmten Uferbereiche an der Nagold absucht, kann man mit etwas Glück kleine Bachforellenbrütlinge entdecken, die das Kieslückensystem der Gewässersohle verlassen haben und nun aktiv auf Nahrungssuche sind.

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Bachforellenbrütlinge an der Nagold (Aufnahmen vom 19.03.2020

Einige Monate zuvor (an der Nagold i. d. R. zwischen Mitte Oktober und Anfang Januar) hatten deren Elterntiere an flachen Stellen mit gut durchströmtem, lockeren Kies abgelaicht. Der Rogner hebt hierzu mit der Schwanzflosse eine Laichgrube aus, in die er seine Eier ablegt, wobei sie vom Milchner besamt werden. Anschließend bedeckt der Rogner die Eier durch Schläge mit der Schwanzflosse mit lockerem Kies. Bei klarem Wasser sind diese Laichgruben leicht als helle Stellen zu erkennen, die sich deutlich vom restlichen Gewässergrund abheben.

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Laichgruben von Bachforellen an der Nagold

Die Bachforelleneier entwickeln sich im Kieslückensystem bis zum nächsten Frühjahr. Je nach Wassertemperatur vergehen ca. 2-4 Monate (420 Tagesgrade; bei konstant 6°C Wassertemperatur z. B. 420:6 = 70 Tage). Die frisch geschlüpften Bachforellenlarven besitzen einen Dottersack, von dem sie sich zunächst ernähren, und verbleiben deshalb noch einige Wochen im Kieslückensystem. Erst wenn dieser Dottersack aufgezehrt ist, verlassen die kleinen Bachforellen das Sediment und ernähren sich von Wasserinsekten, Wirbellosen und Kleinkrebsen.

Hoffen wir, dass sie ausreichend Versteckmöglichkeiten finden, damit sie geschützt vor räuberischen Artgenossen, Graureiher und Eisvogel aufwachsen können!

Viele Grüße und Petri Heil!

Wolfgang Maier
Schriftführer
BFV Nagoldtal

 

Handyaufnahmen vom 06.04.2020 von einer ca. 10mm großen Bachforellenlarve, die vermutlich erst kurz zuvor das Kieslückensystem verlassen hatte, und von einem bereits ca. 25-30mm großen Bachforellenbrütling:

 

 

Update 19.04.2020

Hochzeit der Bachneunaugen

Bachneunaugen bekommt man eher selten zu Gesicht, denn sie leben als Larven, Querder genannt, versteckt im Sand und Schlamm sauberer, sauerstoffreicher Bäche und kleiner Flüsse. Dort filtern sie das Wasser ähnlich wie Muscheln und ernähren sich von Mikro­organismen und organischem Material. Nach einer Entwicklungszeit von 3-5 Jahren erfolgt die Umwandlung zum erwachsenen Tier. Hierbei bilden sich die Geschlechtsorgane, Zähne und Augen. Die geschlechtsreifen Bachneunaugen verlassen dann im Frühjahr zwischen April und Mai die Gewässersohle, um mit einem auffälligen Spektakel Hochzeit zu feiern. Kurz nach dem Ablaichen sterben die Elterntiere.

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Unser Mitglied Lothar Klischat konnte am 22.04.2020 diese Aufnahme von laichenden Bachneunaugen an der Gewässerstrecke Wildberg 1 machen:

 

Wolfgang Maier
Schriftführer
BFV Nagoldtal

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